Die Geschichte der Riesenmühle
Seit vielen Jahrhunderten treibt das Wasser des Riesbachs hier eine Mühle an. Die Zeitleiste zeigt eine kleine Auswahl aus den überlieferten Dokumenten und Fotos. Nach und nach möchten wir weitere Ereignisse ergänzen. Alle Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern.
1374: Frühester schriftlicher Nachweis
In einem Brief vom 1. September 1947 an den damaligen Pächter Hans Mehringer datiert die Gutsverwaltung von Münchhausen das Alter der Riesenmühle auf das Jahr 1374. Wahrscheinlich ist sie noch älter. Anlass war die Frage, bis wann in der Mühle noch Korn gemahlen wurde. Die Gutsverwaltung schrieb:
Soviel ich aus meinen Akten feststellen kann und auch nach meiner Erinnerung ist es zweifellos, dass mein Müller auf der Riesenmühle noch mindestens bis 1930 gemahlen, also nicht bloß geschrötet hat. […] Die Riesenmühle [ist] unzweifelhaft wohl eine der ältesten Mühlen dieses Landes. Das jetzige Gebäude ist als Mühle von meinem direkten Vorfahren, Börries von Münchhausen, 1569 gebaut. Es besteht, wie meine Familie das hiesige Gut besitzt, nämlich seit 1374, wahrscheinlich noch länger.
1569: Börries von Münchhausen baut das heutige Mühlenhaus
1569 ließ Börries von Münchhausen das heutige Gebäude der Mühle errichten. Sein Wappenstein mit der Jahreszahl ist bis heute am Haus zu sehen.

Altes Schwarzweißfoto: das Mühlenhaus aus Bruchstein mit steilem Ziegeldach 
Wappenstein der Familie von Münchhausen mit der Inschrift „Borias von Monichusen Anno Dni 1569“ So ähnlich hat das Wasserrad früher ausgesehen. Das Foto stammt aus dem Buch „Niedersächsische Mühlengeschichte“ von Wilhelm Kleeberg.
1792: Pachtvertrag mit Christoph Knapwurst
Von 1777 bis 1794 lebte der Müllermeister Christoph Knapwurst als Pächter auf der herrschaftlichen Riesenmühle. Mit seiner Frau, einer geborenen Hotze und Tochter des Dorfgastwirts, bekam er hier sieben Kinder. 1792 schloss er mit Franz Carl von Münchhausen einen neuen Pachtvertrag, der seinem Nachfahren Georg Knappworst noch vorliegt. Knapwursts Sohn Friedrich Gottlieb kaufte 1818 die Rehbrocksmühle, die ebenfalls dem Baron von Münchhausen gehörte.
1903: Inventar von Mühle und Garten
Am 5. Januar 1903 wurde die Mühle inventarisiert. Die Liste verrät viel über das damalige Wasserrad: 4,28 Meter Durchmesser, 1,5 Meter Breite und acht Arme „in holländischem Verband“. Am 1. April 1903 folgte das Inventar von Garten und Feldern, in dem vermutlich kein Baum vergessen wurde.
1948: Eine Turbine ersetzt das Wasserrad
Der Pächter Hans Mehringer ließ 1948 statt des Wasserrads eine Francis-Turbine einbauen. Sie stammt vom Maierwerk (Maier Wasserkraft GmbH) aus Bielefeld, Baujahr 1947, und läuft bis heute. Mehr dazu auf der Seite Wasserkraft.
1959: Veit Richter kauft die verfallene Mühle
Die Gebäude waren inzwischen verfallen, als der Müller Veit Richter, Sohn des Müllers aus Lauenau, das Anwesen kaufte und wieder aufbaute. Die Scheune wurde abgerissen; an ihrer Stelle stehen heute eine Doppelgarage mit Terrasse und ein aufgesetzter Fachwerkbau mit Bad, Eingang und Treppe zur Hauptwohnung.

Der Mühlenhof beim Kauf durch Veit Richter: Mühlenhaus und verfallene Fachwerkscheune 
Frau Richter auf dem wieder belebten Mühlenhof Nach Anbauten und Renovierungen im Wohnbereich hob die Familie Richter auch den verlandeten Teich wieder aus.

Verlandeter Teich vor dem alten Wohngebäude 
Rückseite des alten Wohngebäudes mit Fachwerkgiebel 
Der wieder ausgehobene Teich vor dem neuen Wohngebäude Mit den Jahren kamen viele Besonderheiten hinzu, zum Beispiel das Backhaus: Es wurde in Brelingen abgebaut und hier auf dem Mühlenhof wieder aufgestellt.
2018: Wir ziehen ein
Seit 2018 wohnen wir, Theresia und Bernard, auf der Riesenmühle und genießen das Rauschen des Wassers und den Wald ringsum. Mehr über uns



















